Vorträge und Workshops

Präventionsworkshops für Jugendliche

Wir bieten unterschiedliche Workshops für Schulklassen und Jugendgruppen ab 14 Jahren an. In unseren Veranstaltungen sprechen wir über sexualisierte Gewalt, Grenzverletzungen und den Umgang mit herausfordernden Situationen im Alltag. Die Jugendlichen erhalten altersgerechte Informationen, Raum für Fragen und werden darin gestärkt, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu schützen – ohne Beschämung und mit klarer Haltung gegen Gewalt. Die Themenschwerpunkte können je nach Bedarf ausgewählt und angepasst werden.

„KO is a No-Go“ – sexuelle Übergriffe im Zusammenhang mit Alkohol und Drogen

Im Workshop „KO is a No-Go“ geht es um sexuelle Übergriffe im Zusammenhang mit Alkohol, Drogen und K.O.-Tropfen. Wir beleuchten, warum diese Form von Gewalt oft als individuelles Problem gesehen wird, obwohl sie ein gesamtgesellschaftliches Thema ist. Dabei sprechen wir über psychische Folgen für betroffene Personen – wie Scham, Selbstzweifel und Schuldgefühle – und darüber, warum Täterverantwortung so wichtig ist. Der Fokus liegt auf Prävention, Schutzmöglichkeiten und Sensibilisierung des Umfelds. Jugendliche erhalten wichtige Informationen zur rechtlichen Lage, zu Anlaufstellen und zu einem verantwortungsvollen Umgang beim Feiern. Raum für Fragen und Austausch sind ein zentraler Bestandteil des Workshops.

Vergewaltigungsmythen – „Sexualstraftäter sind keine Unbekannten, die aus den Büschen springen“

In diesem Workshop setzen wir uns mit verbreiteten Mythen rund um das Thema sexuelle Gewalt auseinander – stereotype Täter- bzw. Opferbilder werden kritisch diskutiert und mit der Realität abgeglichen. Wir schauen uns an, wie Mythen dazu beitragen, Übergriffe zu verharmlosen oder Betroffene verantwortlich zu machen. Ziel ist es, diese Vorstellungen kritisch zu hinterfragen, Fakten zu vermitteln und zu zeigen, wie Vergewaltigungsmythen einer klaren Haltung gegen sexualisierte Gewalt im Weg stehen können.

Rape Culture – „Die Scham muss die Seite wechseln“

In dieser Infoveranstaltung geht es um „Rape Culture“ – also um eine Kultur, in der sexuelle Gewalt verharmlost, entschuldigt oder unsichtbar gemacht wird. Anhand von Daten wird sichtbar, dass Täter häufig aus dem nahen Umfeld kommen, viele Übergriffe nie angezeigt werden und Verurteilungen selten sind. Wir thematisieren Victim Blaming, sexistische Sprache, Medienberichte, Übergriffe im privaten und öffentlichen Raum sowie strukturelle Machtverhältnisse. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Haltungen und Einstellungen Übergriffe begünstigen – und wie eine klare, solidarische Haltung mit Betroffenen aussehen kann.
Gemeinsam diskutieren wir, was es bedeutet, Verantwortung kollektiv zu übernehmen – statt Frauen und Mädchen mit „Verhaltensregeln“ allein zu lassen. Die Veranstaltung ermutigt dazu, Sprache, Bilder und Strukturen zu hinterfragen und aktiv für eine Kultur einzutreten, in der sexualisierte Gewalt klar benannt und nicht länger toleriert wird.

Fortbildungen für Multiplikator:innen

Wir bieten Kurzfortbildungen für Mitarbeitende aus sozialen Einrichtungen, Jugendzentren, Beratungsstellen, dem Gesundheits- und Pflegebereich sowie für Pädagog:innen an. Im Fokus stehen Vergewaltigungsmythen und „Rape Culture“ (vgl. Präventionsworkshops für Jugendliche) sowie der professionelle Umgang mit sexualisierter Gewalt im Arbeitsalltag. Wir beleuchten, wie Mythen, gesellschaftliche Haltungen und Sprache Übergriffe verharmlosen und Betroffene beschämen, und welche Verantwortung Fachkräfte in Prävention und Haltung einnehmen können. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Grenzen setzen: eigene Belastungsgrenzen erkennen, Psychohygiene und der Umgang mit emotionaler Betroffenheit. Zudem wird besprochen, wie reagiert werden kann, wenn sich eine betroffene Person anvertraut – von der ersten Gesprächssituation über eine klare, unterstützende Haltung bis hin zur Vermittlung von passenden Anlaufstellen. Ziel der Fortbildung ist es, Handlungssicherheit zu stärken, Betroffene kompetent zu unterstützen und gleichzeitig die eigene professionelle und persönliche Grenze im Blick zu behalten.

Fortbildungen für Veranstalter:innen

„Luisa Revised“ – Fortbildung für Awareness-Mitarbeitende & Veranstalter:innen

„Luisa Revised“ richtet sich an Personen, die in Clubs, Bars, Festivals oder anderen Veranstaltungsorten Verantwortung für Awareness und den Schutz vor sexualisierter Gewalt übernehmen. Im Unterschied zur Kampagne „Luisa ist hier“ liegt der Fokus nicht auf einem Codewortsystem oder Zertifikaten für Betriebe, sondern auf der qualitativen Schulung von Menschen. Wir thematisieren Vergewaltigungsmythen, Zahlen und Fakten sowie sexuelle Übergriffe im Zusammenhang mit Alkohol, Drogen und K.O.-Tropfen. Dabei geht es um die Grenzen und Möglichkeiten von Codewörtern, um die Gefahr eines trügerischen Sicherheitsgefühls ohne ausreichende Qualitätskontrolle und um klare, praktische Handlungsabläufe im Anlassfall. Unsere Fortbildung kann auch als spezialisierter Baustein in einem modularen Schulungskonzept durch verschiedene Fachstellen begriffen werden. Wir bringen unsere Expertise zu sexualisierter Gewalt ein und vermitteln, wie Betroffene ernst genommen, geschützt und an passende Anlaufstellen weitervermittelt werden können – mit einer Haltung, die Verantwortung bei gewaltausübenden Personen und Strukturen verortet, nicht bei den Betroffenen.

Fortbildungen für Institutionen

„Nicht unter den Tisch“ – Prävention von sexualisiertem Machtmissbrauch an Hochschulen

Dieses zweiteilige Seminar richtet sich an Hochschulen, die sexualisierten Machtmissbrauch klar benennen und die bestehende Schweigekultur durchbrechen wollen. Im ersten Teil werden in einem Online-Vortrag Mythen und Fakten zu sexualisierter Gewalt vorgestellt sowie zentrale Aspekte gesellschaftlicher Verantwortung wie Victim Blaming oder sexistische Sprache thematisiert. Darauf aufbauend widmet sich der interaktive Präsenzworkshop dem Thema professional sexual misconduct: Wir beleuchten, wie sich private und berufliche Beziehungen im Hochschulkontext vermischen können, welche Dynamiken von Macht, Abhängigkeit und Nähe dabei entstehen und wie Grenzverletzungen oft verharmlost oder unsichtbar gemacht werden. Auf Basis aktueller wissenschaftlicher Studien erarbeiten wir gemeinsam, wie Institutionen klare Richtlinien, transparente Beschwerdewege und eine unterstützende Haltung gegenüber Betroffenen entwickeln können. Ziel ist es, Strukturen zu stärken, in denen Übergriffe nicht „unter den Tisch“ fallen, sondern benannt, bearbeitet und verhindert werden.

Individuelle Anfragen

Neben unseren bestehenden Formaten entwickeln wir auf Wunsch auch maßgeschneiderte Workshops, Vorträge und Fortbildungen. Inhalt, Umfang und Format können flexibel an die Bedürfnisse Ihrer Institution, Ihres Teams oder Ihrer Zielgruppe angepasst werden. Gerne klären wir in einem Vorgespräch, welche Themen im Mittelpunkt stehen sollen und erstellen darauf aufbauend ein passendes Angebot.

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